In der 2. Klasse Thayatal lieferte der USV Kühnring gegen den UFC Drosendorf ein wildes 4:3 ab – mit Happy End für die Heimischen. Nach einem schwachen Start und 0:2-Rückstand kämpfte sich Kühnring zurück, fing sich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich ein und schlug trotzdem sofort wieder zu. Trainer Robert Wenninger sprach von „irrsinniger Moral“ und hob den Anschluss kurz vor der Pause als Schlüssel hervor. Doppelpacker Stefan Maurer krönte die späte Aufholarbeit mit dem Siegtor.

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Drosendorf erwischte den besseren Start: Daniel Cerny stellte schon in Minute 8 auf 0:1, Matthias Renard legte in der 16. Minute das 0:2 nach. Kühnrings Coach Robert Wenninger nahm seine Elf in die Pflicht: „Die erste Halbzeit war von uns ganz schwach. Drosendorf war in den ersten dreißig Minuten sehr gut. Wir waren viel zu passiv, zu weit weg vom Mann. Wir haben das komplett verschlafen.“ Genau in dieser heiklen Phase kam der Moment, den Wenninger als entscheidend bezeichnete. Kurz vor der Pause traf Adam Novotny zum 1:2 (45.). „Der Treffer eine Minute vor der Pause war ganz wichtig. Wenn wir mit 0:2 reingehen, wird es richtig schwer“, so Wenninger. Dieser Anschluss gab Kühnring sichtbar Halt für den zweiten Durchgang.
Nach dem Seitenwechsel war Kühnring das aktivere Team. „In der zweiten Halbzeit waren wir klar besser, viel aktiver, präsenter, aggressiver“, erklärte Wenninger. Der Ausgleich fiel in der 69. Minute erneut durch Novotny – und wie: „Das 2:2 war ein sensationeller Abschluss von Adam ins linke Kreuzeck. Der hat genau gepasst.“ In der 84. Minute drehte Stefan Maurer die Partie zum 3:2. „Das 3:2 war pure Wucht, aus spitzem Winkel ins leere Tor“, beschrieb der Trainer. Doch Drosendorf meldete sich in der Nachspielzeit zurück: Moritz Kaufmann machte in Minute 90+1 das 3:3. Wenninger nahm den Fehler auf seine Kappe: „Beim 3:3 haben wir hinten überhaupt nicht gut ausgeschaut. Ich habe einen vierten Innenverteidiger gebracht, und wir hatten in der 92. Minute keine Zuordnung.“ Kühnring schüttelte sich – und setzte den Schlusspunkt. Nach einer Ecke stach der Ball irgendwie über die Linie. „Das Siegestor ist nach einer Ecke aus einem Gestocher entstanden. Da waren zwölf, dreizehn Spieler dran. So genau kann ich es bis jetzt nicht schildern, aber im Endeffekt ist es egal“, sagte Wenninger. Laut offizieller Notiz trug sich erneut Stefan Maurer als Torschütze zum 4:3 (90+4) ein.
Wenninger wollte nach dem Abpfiff keine Einzelnen hervorheben, betonte aber den Charakter seiner Mannschaft: „Wir haben uns nach einem desaströsen Start nicht aufgegeben. Wir haben dann den Schalter umgelegt und sind eigentlich zweimal zurückgekommen – das war ganz großartig.“ Auch den Gegner würdigte er: „In den ersten dreißig, fünfunddreißig Minuten war Drosendorf sehr stark, physisch gut, mit viel Tempo. Vielleicht haben sie zu früh versucht, zu verwalten.“ Zur turbulenten Schlussphase blieb er gelassen: „Ich glaube schon, dass Drosendorf in der letzten Aktion reklamiert hat, aber das ist logisch.“
In der Tabelle hält Kühnring bei 52 Zählern und rangiert auf Platz sechs, Drosendorf steht mit 41 Punkten auf Rang zehn. Für Kühnring bleibt nach diesem Kraftakt vor allem eines hängen: die Gewissheit, dass Moral und Glaube an den eigenen Plan auch in einer wilden Partie den Unterschied machen können.