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„Wir starten bei null“ – Hasenberger fordert neuen Ehrgeiz nach Markersdorfs Meisterjahr

USC Markersdorf

Nach einer dominanten Saison in der 2. Klasse Traisental richtet der USC Markersdorf den Blick nach vorne – mit klaren Worten von Trainer Christian Hasenberger. Die Meisterschaft ist im Trockenen, der Vorsprung betrug am Ende satte 13 Punkte, doch der Coach bremst die Euphorie bewusst. „Wir starten bei null“, sagt Hasenberger und verweist auf viele Ausfälle. Der Auftrag für den Sommer ist damit formuliert: neuen Ehrgeiz entfachen, den Kader verbreitern und im Herbst in der ersten Klasse sofort funktionieren.

Gelber Fußball im Tornetz

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Meistersaison mit Abstand – und ein Trainer, der bewusst auf die Bremse tritt

Der Rückblick liest sich beeindruckend und lässt sich auch mit Zahlen belegen: 67 Zähler, 13 Punkte vor Verfolger Pyhra, dahinter Wilhelmsburg. Dazu ein starkes Torverhältnis und die wenigsten Gegentreffer – Markersdorf war über weite Strecken das aktivere Team und hatte mehr vom Spiel. Christian Hasenberger fasst es schlicht zusammen: „Die abgelaufene Saison hat sehr gut funktioniert. Wir sind 13 Punkte vorne, haben ein Top-Torverhältnis, haben sehr wenig Tore gekriegt.“ Gleichzeitig ordnet er nüchtern ein: „Mehr als Meister war eh nicht drinnen.“ Trotz aller Freude schlägt der Trainer aber keinen aufgedrehten Ton an. Er schärft die Sinne für das, was kommt: „Alles, was passiert ist, ist Vergangenheit. Wir starten im Juli wieder komplett bei null.“ Es ist die Botschaft, die er der Mannschaft mitgibt – der Titel darf Motivation sein, aber kein Ruhekissen.

Verletzungen kosten den Überschuss – Kaderbreite als Sommerauftrag

Warum die Vorsicht? Weil die personelle Decke dünn geworden ist. „Dieser körperliche Überschuss ist durch die vielen Verletzten komplett weg“, sagt Hasenberger. Die Liste ist lang: „Musa Mustafi wird im Herbst wegen der Schulter-OP sehr spät einsteigen. Michael Leimhofer mit hinterem Kreuzband wird im Herbst wohl überhaupt kein Thema sein. Basholli wird im Juli am Knie operiert, auch das wird schwierig.“ Einige Leichtverletzte könnten mit Trainingsstart oder kurz danach zurückkehren, aber der Trainer rechnet klar: „Es werden uns sicher drei, vier Spieler im Herbst nicht zur Verfügung stehen.“ Dazu kommt ein Fixabgang: „Michael Henickl ist weg.“ Die Folge ist eine eindeutige Marschroute am Transfermarkt. „Wir werden im offensiven Bereich und in der Kaderbreite etwas machen müssen und sicher vier, fünf Leute holen“, kündigt Hasenberger an. Strukturell bleibt alles ruhig: „Es hat keine Veränderung bedurft, wir starten mit den gleichen Führungspositionen in die neue Saison.“

Neuer Ehrgeiz für die erste Klasse – und ein Blick auf die Konkurrenz

Der sportliche Anspruch bleibt hoch, die Tonlage bewusst bodenständig. „Wir müssen die Euphorie mitnehmen und wieder einen neuen Ehrgeiz entwickeln“, sagt Hasenberger. Der Plan für den Herbst ist klar: „Wir müssen sofort von Anfang an in dieser ersten Klasse funktionieren, um nicht in Turbulenzen zu kommen. Wir wollen natürlich eine wichtige Rolle spielen.“ Dass der Weg dorthin kein Selbstläufer wird, weiß er aus frischer Erfahrung. Auf die Vorsaison angesprochen, hebt er einen Rivalen besonders hervor: „Pyhra hat extrem überrascht und uns die einzige Niederlage zugefügt.“ Eigentlich hatte er Wilhelmsburg und Neulengbach ganz vorne erwartet – Pyhra kam stark. Genau deshalb will der Coach die Ziele erst nach der Transferphase festzurren: „Wenn die Periode um ist, setzen wir uns neue Ziele. Wichtig ist, immer den Fokus nach vorne zu haben.“ Der Trainingsstart im Juli wird zur Standortbestimmung – mit einer Mannschaft, die den Titel abhakt und den Neustart annimmt.