In der 2. Klasse Wachau/Donau lieferte sich der SV Zwentendorf mit dem Meister ESV Keyif Krems ein wildes Spiel, verlor am Ende aber trotz 3:1-Pausenführung mit 4:6. Zwentendorf ließ vor der Pause zu viele Chancen liegen, nach dem Seitenwechsel glich der Favorit rasch aus und drehte in der Schlussphase auf. Trainer Vincent Bögi sprach von einem Knackpunkt kurz nach der Pause und haderte: „Wenn wir die Tore machen, gewinnen wir locker.“

Foto von Pedram Raz auf Unsplash
Der Start gehörte dem Meister: Bereits in Minute 4 stellte Mahsun Harmanci auf 0:1. Zwentendorf schüttelte sich kurz – und legte dann eine energische Antwort hin. Marcel Török glich in der 13. Minute aus, drei Minuten später drehte Bernhardt Leinfellner die Partie auf 2:1. Kurz vor der Pause legte derselbe Leinfellner noch das 3:1 nach (43.). Bögis Erklärung für die starke Phase: „Der Gegner hat Änderungen in der Aufstellung vorgenommen. Ein paar ihrer Stammspieler haben nicht von Anfang an gespielt.“ Seine Mannschaft nutzte das, weil sie vorne gallig war: „Unsere Tore sind durch Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte und schnelles Umschalten gefallen.“ Vor allem aber wurmte ihn die Ausbeute bis zur Pause: „Wir hatten sehr viele Chancen. Eigentlich müssen wir in der ersten Halbzeit mindestens 7:2 führen.“ Der Gastgeber hatte in dieser Phase klar mehr vom Spiel, belohnte sich aber nicht ausreichend.
Nach dem Seitenwechsel kippte das Momentum im Eiltempo. Marek Matias traf in der 49. Minute zum 3:2, nur zwei Minuten später stellte Mario Lucic schon auf 3:3. „Nach der Halbzeit hat der Gegner schnell ausgeglichen – das war der Knackpunkt“, brachte es Bögi auf den Punkt. Zwentendorf schüttelte sich dennoch noch einmal und ging durch Bence Balazs in Minute 72 erneut in Front – 4:3. Der Meister antwortete jedoch ebenso prompt: Lucic glich in der 81. Minute zum 4:4 aus, ehe Dzezahir Ismajli in der Schlussphase mit einem Doppelpack (85., 89.) endgültig auf 4:6 stellte. Bögi suchte keine Ausreden, gab aber Einblick: „Bei uns waren einige verletzt oder angeschlagen, wir konnten das Niveau nicht halten. Zum Schluss haben wir den Jungen die Chance gegeben.“ Die Kräfte ließen nach – „Zum Schluss war dann die Luft draußen“ –, während Krems seine Qualität eiskalt ausspielte.
In seiner Analyse blieb der Zwentendorf-Coach bei zwei Kernpunkten. Erstens die verpasste Vorentscheidung vor der Pause: „Wenn wir in der ersten Halbzeit die Tore machen, gewinnen wir die Partie locker.“ Zweitens der schnelle Doppelschlag nach Wiederbeginn, der laut Bögi den Stecker zog: „Das war der Knackpunkt.“ An der Spielleitung wollte er nicht rütteln – vielmehr verteilte er Anerkennung an den Gegner: „Der Gegner ist nicht umsonst Meister geworden. Gratulation – verdienter Meister. Ich wünsche Ihnen alles Gute in der 1. Klasse.“ Für Zwentendorf bleibt die Erkenntnis, dass das aggressive Arbeiten gegen den Ball und die schnellen Umschaltmomente funktionieren. Nun gilt es, diese Stärken mitzunehmen und im letzten Drittel kaltschnäuziger zu werden – damit sich der große Aufwand künftig in Punkten auszahlt.