In der 2. Klasse Ybbstal zog der SV Gaflenz beim FC Sonntagberg mit 0:2 den Kürzeren. Nach einer klaren Sonntagberger ersten Hälfte sah Trainer Josef Bichlbauer sein Team nach der Pause mutiger und mit Chancen, doch ein Treffer wollte nicht fallen. Ein spätes 2:0 besiegelte die Niederlage – und dennoch sprach der Coach von einem Aufwärtstrend und einer Leistung, mit der man leben kann.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Sonntagberg erwischte den besseren Start und hatte in den ersten 45 Minuten mehr vom Spiel. Gaflenz fand schwer in die Partie, der Rhythmus fehlte, die Gastgeber waren griffiger. Josef Bichlbauer brachte es klar auf den Punkt: "Die erste Halbzeit hat Sonntagberg gehört. Das war ein starkes Spiel unserer Gegner." In Minute 31 schlug es ein: Sebastian Plank stellte auf 1:0, zur Pause lag Gaflenz zurück. Der Trainer ärgerte vor allem der Moment vor dem Führungstreffer: "Eine Unachtsamkeit in der Verteidigung hat zum 1:0 geführt." Auswärts einem Rückstand nachzulaufen, machte die Aufgabe nicht leichter, zumal Sonntagberg defensiv sauber stand und das Tempo im Mittelfeld gut vorgab.
Nach dem Seitenwechsel kam Gaflenz mit mehr Überzeugung aus der Kabine. Bichlbauer sah eine klare Steigerung: "In der zweiten Halbzeit konnten wir das drehen und haben gute Chancen vorgefunden." Die Gäste schoben das Spiel nach vorne, suchten konsequent den Weg in den Strafraum und erarbeiteten sich Möglichkeiten. "Die Chancen waren da", betonte der Coach, sprach sogar von einer Szene, in der "ein Verteidiger von Sonntagberg einmal auf der Linie gerettet" habe. Über weite Strecken blieb die Partie auf Messers Schneide, Gaflenz drückte, aber der letzte Punch fehlte. "Wir hätten uns zumindest einen Punkt verdient", sagte Bichlbauer. Stattdessen setzte Sonntagberg in der Nachspielzeit den Deckel drauf: Dominic Scheuch traf in Minute 90+2 zum 2:0 und entschied das Match endgültig.
In der Analyse überwog beim Gaflenz-Trainer trotz der Niederlage das Positive. "Der Teamspirit war sehr gut, der Trend zeigt wieder aufwärts", sagte Bichlbauer und erinnerte daran, dass seine Mannschaft "nach wie vor stark dezimiert ist aufgrund einiger Ausfälle". Mit Blick auf Leistung und Haltung zog er ein konstruktives Fazit: "Mit dieser Leistung können wir erhobenen Hauptes nächste Woche zum nächsten Meisterschaftsspiel fahren." Gleichzeitig gab es Respekt für den Gegner: "Der Gegner war geschlossen stark, wie schon das ganze Frühjahr, und schlussendlich geht auch dieser Sieg in Ordnung." Auch die Unparteiischen bekamen ein faires Urteil: "Strittige Situationen gibt’s immer, beim einen oder anderen Abseits war ich nicht einer Meinung, aber schlussendlich war die Schiedsrichterleistung in Ordnung."
In der Tabelle liegt Gaflenz mit 37 Punkten im kompakten Mittelfeld, Sonntagberg mischt mit 50 Zählern vorne mit – die Richtung stimmt für Gaflenz dennoch, jetzt fehlt nur das Tor zum Lohn.