Ein spätes 1:1 in der Gebietsliga Nord/Nordwest: Der SC Laa/Thaya führte durch Petr Kirschner (85.), ehe Omar Mulhem in Minute 90 für den SV Boombell Gablitz ausglich. Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Gablitz laut Sportchef Sinisa Kulic viel Ballbesitz und Druck auf den Platz, ließ jedoch zu viele Chancen liegen. So blieb es beim Remis, das aus Gablitzer Sicht mehr Frust als Freude hinterließ, weil die Gäste über weite Strecken das aktivere Team waren und sich lange nicht belohnten.

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Das Spiel begann aus Gablitzer Sicht mit viel Kontrolle. Sinisa Kulic ordnete es klar ein: "Es war ein sehr dominantes Spiel von uns." Schon vor der Pause hatten die Gäste mehr vom Ball, zur Halbzeit stand es aber 0:0. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild wenig, nur das Ergebnis kippte zunächst gegen Gablitz: In Minute 85 traf Petr Kirschner zum 1:0 für Laa. Die Antwort kam spät, aber sie kam – Omar Mulhem stellte in der 90. Minute auf 1:1 und rettete den Punkt. Kulic blieb dennoch kritisch: "Wir haben die Chancenverwertung komplett vermissen lassen." Auf die Frage nach der Fairness des Ergebnisses sagte er: "Aufgrund des späten Gegentores ist das Unentschieden okay, aber mit, glaube ich, 70 Prozent Ballbesitz und den besseren Möglichkeiten hätten wir als Sieger vom Platz gehen müssen." Kurz danach lag sogar der Auswärtssieg in der Luft: "Zwei Minuten nach dem 1:1 waren wir dran, das 2:1 zu machen – eine Hundertprozentige." Auch zum Schiedsrichterteam gab es kein böses Wort: "Hat alles gepasst."
Warum blieb es trotz Überlegenheit nur beim Punkt? Kulic legte den Finger in die Wunde: "Im letzten Drittel waren wir inkonsequent und zu überhastet. Der finale Pass ist oft nicht angekommen, und unsere Abschlüsse waren nicht gut genug." Gleichzeitig hob er hervor, was funktionierte: "Die Defensivleistung war sehr gut. Ballzirkulation und Ballbesitz waren sehr gut." Genau daraus leitete er die nächsten Trainingsschwerpunkte ab: "Die finalen Pässe muss man noch einmal trainieren und besser ausarbeiten – und die Torabschlüsse." Eine Rolle spielte für ihn auch die Einstellung. "Wir sind wahrscheinlich zu locker ins Spiel gegangen und haben zu sehr an den Sieg geglaubt. Man darf keinen Gegner in der Liga auf die leichte Schulter nehmen, man muss mit hundert Prozent in jedes Spiel gehen." Dieser selbstkritische Ton zog sich durch alle seine Aussagen – Dominanz ja, aber ohne die nötige Konsequenz vor dem Tor.
Für den Gegner fand der Gablitzer Sportchef respektvolle Worte – nicht zuletzt, weil Laa/Thaya sein Ex-Klub ist. "Sehr bemüht, sehr engagiert. Man hat gesehen, dass der letzte Zug im Abstiegskampf noch greifbar war. Die haben bis zum Schluss gekämpft." Aus Sicht der Gastgeber war der Ausgleich in der Schlussphase natürlich bitter. Die Tabelle unterstreicht den unterschiedlichen Druck: Gablitz steht nach 24 Runden auf Rang drei, Laa/Thaya auf Platz 14 und damit mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt. Für Gablitz fühlt sich das 1:1 kleiner an, als es auf dem Papier scheint. Der Punkt bringt zwar Stabilität, die Lehre ist aber klar: mehr Entschlossenheit im letzten Drittel. Oder wie Kulic es zusammenfasste: "Wir haben uns heute nicht belohnt. Das müssen wir in den nächsten Spielen ändern."