Ein einziges Tor entschied ein umkämpftes Spiel in der Gebietsliga West: Die SG Waidhofen/Ybbs setzte sich gegen die SG Purkersdorf/Pressbaum I mit 1:0 durch. Nach torloser erster Hälfte traf Philipp Zulechner nach der Pause ins Kreuzeck. Purkersdorf verteidigte lange kompakt, kam offensiv aber kaum zwingend durch. Trainer Jürgen Novara sprach von einem „Knackpunkt“ und lobte trotz Niederlage die Disziplin seiner Mannschaft.

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Purkersdorf reiste mit freiem Kopf an, Waidhofen stand unter Siegzwang – so ordnete es Jürgen Novara ein: „Wir haben eigentlich nichts zu verlieren gehabt, aber Waidhofen hat gewinnen müssen.“ Seine Elf startete mutig, attackierte „sehr hoch“, ließ sich dann situativ fallen: „Wir haben so einen Mix gehabt aus beidem.“ Chancen blieben in einer engen ersten Hälfte Mangelware, folgerichtig ging es mit 0:0 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel fiel die Entscheidung: In Minute 56 nutzte Philipp Zulechner eine der wenigen klaren Möglichkeiten und traf präzise zum 1:0. Novara schilderte die Szene so: „Er hat den Ball halb mitgenommen, sich super gedreht und dann abgezogen – der war genau im Kreuz.“ Danach blieb Purkersdorf dran, doch der letzte Punch fehlte. „Das war der Knackpunkt, am Ende war es nur das eine Tor“, sagte der Coach. Waidhofen hatte „zum Schluss noch ein, zwei Konterchancen“, Purkersdorf kam noch per Kopf zu einer Chance, „aber da war zu wenig Druck im Ball – den hat der Torwart gehalten“.
In seiner Analyse trennte Novara klar zwischen stabilem Abwehrverhalten und der fehlenden Durchschlagskraft nach vorne. „Vom Verteidigen her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das war richtig gut“, betonte er. Der Plan, mutige Phasen im Pressing mit kompakten Blöcken zu mischen, griff: Waidhofen fand lange kaum Mittel, „bis zu der Möglichkeit von Zulechner haben die Gegner keine Torchance gehabt“. Offensiv blieb Purkersdorf aber unter den eigenen Ansprüchen. „Vielleicht das letzte Drittel – da hätten wir sauberer spielen müssen“, so Novara. „In der ersten Hälfte haben wir nach vorne zu viele Bälle verschenkt. Von hinten raus ist es gut gegangen, übers Mittelfeld war es dann okay, aber vorne rein war es nicht zwingend.“ Sein Resümee fiel nüchtern aus: „Wir sind nach vorne überhaupt nicht so zwingend durchgekommen.“ Genau diese fehlende Schärfe vor dem Tor machte am Ende den Unterschied.
Den Gegner erlebte Novara als Team mit klarer Zielsetzung. „Ich glaube, dass die auch ein bissel Druck gehabt haben, weil sie gestern schon Meister werden wollten“, meinte er. Lob gab’s dennoch in allen Richtungen: „Wir haben gut verteidigt, da war es nicht so leicht, sich durchzukombinieren.“ Nach dem Spiel fand der Purkersdorf-Trainer versöhnliche Worte: „Ich möchte Waidhofen gratulieren. Die haben eine coole Rückrunde gespielt und sich den Erfolg verdient.“ Ein Anliegen hatte er in Richtung Unparteiische: „Heuer gab es großteils sehr gute Schiedsrichter, aber gestern waren ein paar Entscheidungen dabei, mit denen ich überhaupt nicht einverstanden bin. Wenn einer mit beiden Händen am Gegner hingreift, ist es zumindest Gelb. Der Schiedsrichter hat es anders gesehen – das muss man akzeptieren.“ Grundsätzlich wünscht er sich mehr Miteinander: „Man sieht in der Bundesliga, wie Schiedsrichter kommunizieren – das würde ich mir bei uns auch wünschen. Dann hätten alle ein bissel leichter.“
Der Blick geht nun nach vorne: „Der Schwerpunkt liegt jetzt auf’s letzte Spiel. Wir wollen zu Hause vor eigenem Publikum noch einmal gewinnen, die drei Punkte ins Trockene bringen.“ Dazu passt der Rahmen: Am Samstag steigt das letzte Heimspiel, am Sonntag folgt das Abschlussfest.