Spielberichte

„Ein Spiel dauert 94 Minuten“ – Giller ärgert sich nach spätem 2:2 in Leonhofen

FC Leonhofen
SC Herzogenburg

In der Gebietsliga West trennten sich FC Leonhofen und SC Herzogenburg 2:2. Nach einer schwachen ersten Hälfte der Gäste drehte Herzogenburg nach der Pause auf, führte bis tief in die Nachspielzeit – und kassierte dann doch noch den Ausgleich. Trainer Horst Giller hielt fest: „Ein Spiel dauert 94 Minuten.“ Seine Mannschaft verpasste den Auswärtssieg, nahm aber einen Punkt mit und sah insgesamt ein Remis, das „absolut in Ordnung“ geht.

Weiß-Roter Fußball auf Rasen

Foto von Marcel Strauß auf Unsplash

Früher Rückstand, starke Antwort – und der Stich in Minute 90+4

Leonhofen erwischte den besseren Start und ging nach 20 Minuten durch Patrik Langthaler mit 1:0 in Führung, zur Pause stand es 1:0. „In der ersten Halbzeit war Leonhofen sehr stark und offensiv, da hatten wir richtig Probleme“, sagte Horst Giller.

Direkt nach dem Wiederanpfiff schlug Herzogenburg zurück: Daniel Borovsky glich in Minute 46 zum 1:1 aus. Die Gäste blieben am Drücker und drehten die Partie in der 79. Minute, als Semih Berk Brozovsky zum 1:2 traf. In einer hektischen Schlussphase belohnte sich Leonhofen doch noch – Niklas Funiak stellte in Minute 90+4 auf 2:2. Giller nahm es sportlich: „Das Unentschieden geht absolut in Ordnung.“

Gillers Blick aufs Spiel: Umstellung, mehr Zug nach vorne und bittere Nachlässigkeit

Der Herzogenburg-Coach erklärte den Umschwung nach der Pause mit klaren Anpassungen: „In der ersten Halbzeit ging wenig, in der zweiten dafür sehr viel – vor allem nach vorne. Wir haben einen Stürmer getauscht.“ Den Weg zu den Treffern umriss er so: „Eine Einzelaktion und eine schöne Kombination über eine Flanke haben uns zum Torerfolg geführt.“ In dieser Phase sah Giller sein Team näher am Dreier: „Die ersten 30 Minuten nach der Pause waren wir näher am Sieg.“ Chancen aufs 3:1 waren da, „aber am Ende haben wir durch eine Unkonzentriertheit den Sieg hergegeben“. Besonders der späte Ausgleich wurmt ihn: „Bei manchen ist noch nicht angekommen, dass ein Spiel nicht nur 90, sondern – wie gestern – 94 Minuten dauert.“

Respekt für den Gegner, fairer Pfiff – und ein Saisonfazit mit Dank

Bei aller Enttäuschung über den Last-Minute-Treffer sparte Giller nicht mit Anerkennung für den Gegner: „Leonhofen war in der ersten Halbzeit klar besser, nach der Pause hatten wir es besser im Griff.“ Auch zum Referee blieb er sachlich: „Der Schiedsrichter war grundsätzlich in Ordnung.“ Unterm Strich blieb es laut Giller ein gerechtes Remis, zumal „Leonhofen in der ersten Halbzeit auch noch hätte treffen können“.

Abseits des Spiels zog der Trainer ein positives Saisonfazit. Herzogenburg liegt mit 41 Punkten auf Rang sechs, Leonhofen bei 24 Zählern auf Platz elf. „Wir blicken trotz vieler Ausfälle auf eine erfolgreiche Saison. Junge Spieler haben das kompensiert – ein Riesenerfolg für den Verein.“ Zudem richtete Giller Worte an jene Akteure, die den Klub verlassen: „Ich möchte mich bei den Spielern bedanken, die uns verlassen. Es war eine tolle Saison – alles Gute für ihren weiteren Weg.“

Gebietsliga West: Leonhofen : Herzogenburg - 2:2 (1:0)

  • 94
    Niklas Funiak 2:2
  • 79
    Semih Berk Brozovsky 1:2
  • 46
    Daniel Borovsky 1:1
  • 20
    Patrik Langthaler 1:0